life's what you make it.

don mudra, 15:37:
Wozu Drogen?
Die Antwort von Don Mudra 2009
1. Einleitung
2 . Nüchtern philosophieren.
3. Heilige Drogen
4. Wie fand die Sucht zur Droge?
5. Provoziertes Leben
1. Einleitung:
Das Meyers Lexikon beschreibt Drogen folgendermassen: Präperate pflanzlicher, tierischen und
mineralische Ursprunges, die als Heilmittel, Stimmulanzien oder Gewürze Verwendund finden.
Verwiesen wird auf das Stichwort Rauschgifte. Rauschgifte sind biologisch aktive Substanzen, die
durch Wirkung auf das Zentralnervensystem den Bewusstseinszustand so veränder, dass
rauschartige Zustände, mitunter mit Wahnvorstellungenauftreten. Rauschgifte sind natürlich ( z.b.
Haschisch, Kokain, Opium, Nikotin), halbsynthetisch ( Alkohol, Heroin) oder künstlich hergestellt
(Ecstasy, Speed).
2. .Nüchtern philosophieren
Ich beginne mit der Kulturgeschichte der Drogen vor zweieinhalbtausend Jahren mit den
griechischen Philosophen um Platon und Sokrates. Sie waren der Meinung das, ” jede
Überwältigung durch sogenannte göttliche Kräfte”, nicht als wahre Einsichten gelten sollten. Alle
“Einflüsse und Besessenheiten” sind als Trübung der Seele und ihrer Urteilskraft zu verwerfen”.
Philosophieren soll, auch wenn von beflügelten Themen die Rede ist, durchweg argumentieren
bedeuten und das heisst nüchtern reden. Die alten Griechen waren stolz darauf sich von den
launischen Gnaden der seelischen Ausnahmezustände freigemacht zu haben und “wollen das
Land der Wahrheit ohne Drogen und andere illegale Transportmittel durchqueren”.
Seitdem gibt es in der Philosophie ein faktisches Enthusiasmusverbot. Philosophie ist von da an
mehr Wissenschaft als Erleuchtungskunde und die Folgen sind bis auf den heutigen Tag schwer
zu überblicken.
Seit Aristoteles gehört es zum Ehrenkodex der argumentierenden Gemeinschaft, das es besser sei
nüchtern in die irre zu gehen, als droguiert mit den äußersten Einsichten herauszurücken.
Wer dies nicht wollte der musste es weiterhin mit dem traditionellen Gemisch aus Rausch und
Religion und von Hörensagen und Bewusstseinstrübungen versuchen.
Dieser Rückblick ist nicht unwichtig wenn man sich die heuten süchtigen Mitglieder der westlichen
Gesellschaften anschaut.
Die Feldzüge gegen die Drogen, seien sie therapeutisch, religiös,juristisch begründet sind teil
eines psychohistorischen Dramas. Es ist die seit mehreren Jahrtausenden geführte Schlacht um
das richtigen Maß von Rausch und Nüchternheit.
In diesem Konflikt zeigt sich das es einen beträchtlichen Teil von Menschen gibt die das zu
“schwer gewordene Gewicht der Welt nicht mehr tragen können”. Sie versuchen es durch
Bedürfniseinschränkung zu reduzieren oder versuchen es auf andere abzuwälzen oder es zu teilen
und gemeinsam zu tragen oder es mit Hilfe von Rauschmittel es zu vergessen oder zu überfliegen.
Im Hinterkopf die rebellische Wahrheit eines Satzes von J. G. Fichte:” …..denn das vernüftige
Wesen ist nicht zum Lastenträger bestimmt.”
Aus diesem Nichtzusammenbrechen unter Lasten, hat sich der Freiheits-und
Selbstbestimmungswille der Menschenheit herausgebildet.
Gleichzeitig hat ein anderer, grössere Teil der Menschheit seine ganze Vernunft und Nüchernheit
aufgeboten und beugt sich dem Lebensjoch der als eine Art Gehorsamkeit dem unvermeidlichem
und unabänderlichen Leben gilt.
Diese Einstellung kommt aus der Überzeugung von der Grundgüte der Welt und der Zumutbarkeit
des Lebens. Nur in einer hinreichenden guten Welt ist das nüchternde Realitätsprinzip glaubhaft
durchzusetzten und die Existenz von Drogentherapeuten u.s.w. glaubwürdig.
Die Philosophen gelten als Menschen, die jede Überwältigung des Verstandes für unzulässig
erklären und sind daher keine Partner für ein Gespräch über süchtige Konstitution des Menschen.
Die zeitgenössischen Philosophen sind stolz darau, auch die letzten Spuren der Ekstase
ausgemerzt zu haben und geniessen es nüchtern dem Geist zum Sieg zu verhelfen.
Platon und Aristoteles hatten noch eine ferne Erinnerung an Gipfelerfahrungen im Raum und die
Trennung von Logik und Ekstase war noch nicht völlig getrennt.
Arestoteles sprach vom “..sich selber denkenden Denken” und hatte noch ein Gespür für hohe
Zustände und Enthusiasmus.
Platon beruft sich auf die Schamanen, die als ekstasemächtige Meister in Griechenland bekannt
waren und deren Nachfahren in die Polis einwanderten und sich den städtischen Gegebenheiten
anpassen mussten. Dies war der Beginn der Philosophie, als die Ekstatik sich der Rhetorik
unterwarf.
Der Zivilisationsproßess der westlichen Gesellschaft ist unter anderem durch die Installation von
Ersatzdrogen gekennzeichnet ohne das Bewusstsein zu haben, das es sich um eine Ersatzdroge
handelt.
2. Heilige Drogen
Um die Quellen menschlichen Drogengebrauch zu verstehen muß eine moderne Denkgewohnheit
abgelegt werden. Der Zusammenhang von Droge und Sucht ist eine neuzeitliche Verknüpfung und
um den historischen Drogengebrauch zu verstehen ist es notwendig diese Allianz von Droge und
Sucht aufzubrechen und beide als grundverschiedene Größen zu betrachten.
Es gab eine Epoche in der Drogen überwiegend als Vehikel eines ritualisierten metaphysischen
Grenzverkehr fungierte. Der rituell gehegte Gebrauch von Drogen gehörte zu dem
untergegangenen Weltalter des Mediumismus.
Das menschliche Innere wurde nicht als in sich geschlossene Seelensphäre gesehen sondern als
Erscheinungsraum und Bühne für Ankommendes, Eintretendes und Durchgehendes.Das
menschliche “Innere” öffnet sich und tritt heraus. Ekstase bedeutet, das heraustreten des Ich aus
seinen Grenzen, das ausser sich sein.
In dieser Zeit galten die Drogen selber als Elemente, Akteure und Mächte im geordneten Kosmos
und wurden angerufen wenn die Individuen sich krank und entfremdet fühlten und wenn das
verlangen nach Überwindung unerträglich gewordener Spannung groß ist.Spannungen zwischen
Außen und Innen, zwischen Gott und Nicht-Gott, zwischen Ich und Wirklichkeit.
Die Drogen dienten nicht der privaten Berauschung sondern fungierten als heilige Türöffner für die
Götter.
In dieser Zeit, in der an jeder Ecke, in jedem Zelt unter jedem magischen Baum etwas
geheimnisvoll Ankommende, Eintretende und Durchgehendes geben konnte gab es einen großen
Gebrauch der Drogen aber keine Drogenprobleme.
Es wird von extremen Formen des Rausches berichtet aber von Sucht ist nicht die Rede.
Die Ekstase und die daraus folgernde sakrale Definition ist die Realität und das schließt die
Suchttendenz aus.
Der magischen Sinn, der in dieser rituellen Ekstase ruht kann heute nicht mehr verstanden werden
aber nehmen wir mal an, das die geweihten Hostien des katholischen Rituals mit einigen Tropfen
LSD präperiert wären. Es gabe bestimmt viele Christuserscheinungen und Gottesvisionen.
Das christentum wäre dann eine syhntetische Trancereligion wie brasilianischer Xango oder
Candomble. Dann könnte die christliche Kommunion in einem Atemzug mit Soma oder Peyote
genannt werden und hätten “reale” Christuserscheinungen und Gottesvisionen.
Die Tendenz ging Richtung nüchterne Verhältnisse in der Welt und das Abendmahl blieb ein
Sakrament ohne Halluzinationen. Lange vor den Aufklärern hat die Theologie diese heiligen
Drogen verteufelt. Nach dem Sieg der protestantischen Symboltheoretiker über die katholischen
Realpräsnzmystiker in der Eucharistiedebatte des 16. Jahrhunderts wurde die nüchternde Neuzeit
ausgerufen.
In der calvinistischen Neuzeit wurden die Ersatzdroge geliefert:: Kult um Geld und Erfolg. Wer sich
nicht mit Geld und Erfolg droguieren kann, der muss die “realen Drogen” nehmen. Heroin ist die
Ersatzdroge für die Ersatzdroge Geld und Erfolg.
4. Wie fand die Sucht zur Droge?
Mit dem Ende der Heiligen Drogen verstummten auch die Götter und der moderne Mensch ist
gegen Offenbarungen gefeit. Die alltäglischen nüchternden Gedankenzustände ist für uns normal
und normativ. Alles andere kommt in den Bereich Wahn und Nonsens. Für den westlichen
Menschen ist die Möglichkeit das Götter u.ä. zum Erfahrungsinhalt gehören ausgeschlossen.
Göttliches ist nicht erscheinungsfähig. An religiösen Wahn denkt man bei direkte Offenbarungen.
Mit dem verstummen der Götter wurde der Gebrauch sakraler Drogen langsam geringer. Es zeigte
sich das auch in Ekstase die Kommunikation mit den Göttern verlernt wurde und der
Außersichseinde die Offenbarungen nicht mehr versteht.
An diesem Punkt treten Rausch und Kult auseinander. Die Drogen öffnen keine geheimen Türen
und treffen auf ungewöhnliche innere Zustände. Es treffen keine Informationen aus dem Jenseits
ein.
Nun ist der Weg frei in den privaten Drogengebrauch und in die Sucht. Die modernen
Lebensformen bietet genug Gründe zum Drogen nehmen und süchtig werden.
Die Sucht kann als revolte gegen die Zumutungen des Lebens gesehen werden. Der private
Drogengebrauch bietet Wege in die Innenexistenz und ein “Sichhinausdenken” aus den
gegebenen Umständen. Der süchtige entfernt sich unerlaubt von der Realitätstruppe und
entkommt der Verantwortung und Belastung des Lebens.
Ab hier wird in den Tiefendemensionen der Bewußtseinsgeschichte geforscht und eine
psychologische Erforschung ist bis jetzt ausgeblieben.
Über den Geheimnissen der Inexistenz liegt ein Bann, der das Denken in Richtung Positivismus
lenkt. Positivismus meint hier: Das alle Erkenntnisse auf beobachtete Tatsachen zurückführen.
Metaphysische Erörterungen führen nicht zu Erkenntnissen, das Aussagen über Sein, Nichts,
Geist u.s.w. durch keine Beobachtung überprüft werden können.
Um diesen Bann zu Überwinden wäre ein westliches Nirvana-Konzept nötig, das uns ein
freundschaftliches Nichts erschließt.
Als vor über zweitausend Jahren der Ideen – und Motivationshaushalt der Menschheit sich zu
revolutionieren begann tauchten die ersten Erlösungsreligionen auf. Die Erlösungstheorien sind ein
brisanter Faktor in der Bewußtseinsgeschichte. Erlösung ist ein Grundbegriff jeder höheren
Religion. Die mehr mystischen Religionen wie Brahmanismus, Buddismus, Hinduismus streben
nach einer Erlösung des Menschen aus seiner individuellen, körperlichen, vergänglichen, oft nur
scheinhaften existenz aus eigener Kraft und nach Aufgehen in einer überpersönlichen göttlichen
Einheit.
Im Christentum und Islam bedeutet Erlösung die Überwindung eines von Schuld und Leid
geprägten ( sündhaften) Lebens und Erreichung eines vollkommenen Lebens in Gott.Für die
Christen ist sie nur durch das Erlösungswerk und die Nachfolge Christi möglich.
Wo Erlösung möglich ist geraten die Unterschiede zwischen Leben und Tod, Sein und Nichts ins
wanken und eine heilige verneinung der Welt ist möglich und das ein wahrer Tod einem falschen
Leben vorzuziehen. Wer mit dem Erlösungsfeuer spielt kommt in die Versuchung dem
Welrtgebäude den Rücken zu zu kehren oder “Sich die Welt abgewöhnen ohne sie zu verlassen.”
Die buddistischen Nirwanalogen und die gnostischen Akosmologen (Gnosis:
Erkenntniss,Bewegung, die die Erkenntnisse der Gesetzt und Zusammenhänge in der Welt als
wesentliche Vorraussetztung für das persönliche, oft kollegtiv verstandene, Heil ansah. Danach ist
Rettung bzw. Verwircklichung der Menschen ihr eigenes Werk.
Akosmismus: Philosophische Lehre, die die selbständige Realität der Welt leugnet oder sie als
nichtig betrachtet.
Die buddistischen Nirwanalogen und die gnostischen Akosmologen bringen das “in der Welt sein”
und “irgendwo anders sein” wieder zusammen. Die Lehren bieten dem Menschen in der mit
unerträglischer Realität überladenen Leben die doppelte Staatsbürgerschaft des Seins wie des
Nicht-Seins an.
Die modereneren Suchtformen wie Workaholismus, mit den Derivaten in der Amüsier-und Hobby
kultur zeigt ein überlastetet Subjekt. Das In der Welt sein ebenso wie das Zur Welt kommen wird
durch permanetes Sichanfüllen mit Themen, Projekten, Events usw. verdrängt.
Die Aufgabe ist, die unerlöste Sehnsucht nach Erlösung zu begegnen und der verheimlichten
großen Verneinung Wege ins Freie, Gemeinsame aufzuzeigen.
Wenn unsere Kultur sich auf theoretisch und menschlich glaubhafte Weise der Inexistenz
annimmt, werden die Individuen den Verlockungen der pharmazeutischen- und der
Drogenindustrie widerstehen können.
5. Provoziertes Leben
Am Anfang war der Entzug, denn unter tausend Wurzeln, Sträucher, Bäumen, Pilzen, Blüten sucht
die Menschen die eine Planze die Steigerung und Ausweitung des Lebens also provoziertes Leben
verspricht.
Ein so potentes Organ wie das Gehirn braucht als Treibstoff Alkaloide um in die dunkelnden und
unbekannten Räume im tirfsten inneren dieses Organs vorzudringen . Ein so kleines verletzliches
Organ wie das Gehirn bringt es fertig das Pyramiden gebaut werden, die Röntgenstrahlen
gefunden worden sind und das man zum Mars fliegen kann.
Das Gehirn ist das revolutionäre Organ schlechthin. Nicht Anpassung, nicht Faul-und Reifwerden
sondern immer Schöpfungskrisen, Reizbarkeit, Leiden am Bewußtsein.Arbeiten heißt Steigerung
zu geistigen Formen. Sein Wesen war nie Inhalt, sondern immer Form, seine Mittel Steigerung,
sein Verlangen Reize. Mit vier Worten:Leben heißt provoziertes Leben.
Dieses Organ brachte von Anfang an alles mit, es war nicht auf Eindrücke angewiesen, es
produzierte sich selbst, wenn man es rief.
Als Satre auf seinen hohen Aufputschmittelverbrauch und die gesundheitlichen Folgen
angesprochen wurde , antwortete er so: “Das ist mir schnuppe, ich will mich umbringen, wenn ich
auf diese Weise die” Sonne in mein Kopf” installieren kann.
Was macht es wenn man sich den Schädel beschädigt, Nerven und Körper ruiniert, sofern man
die Oberhand behält und sich zusätzlicheKapazitäten und Energien verschafft?
Ich will mich gerne zerstören und sogar ein bißchen früher sterben, aber dafür die Kritik der
dialektischen Vernunft geschrieben haben.
Hinter beiden Aussagen steht die Theorie der Vollauslastung und die Vorstellung für grosse
Visionen muss man unter Drogen stehen.
Satre sagt,”…..und ich nehme es (Das Aufputschmittel Corydran) und treibe damit Mißbrauch, weil
dies das Sesam-öffne-dich ist für die geistige Vollauslastung.
Auch Plato sagt noch etwas dazu:”endogene Bilder sind die letzte uns gebliebene Erfahrbarkeit
des Glücks.
Quellen: Peter Sloterdijk – Weltfremdheit, Gottfried Benn – Provoziertes Leben, Bernard-Henry
Levy – Satre

Wozu Drogen?Die Antwort von Don Mudra 20091. Einleitung2 . Nüchtern philosophieren.3. Heilige Drogen4. Wie fand die Sucht zur Droge?5. Provoziertes Leben1. Einleitung:Das Meyers Lexikon beschreibt Drogen folgendermassen: Präperate pflanzlicher, tierischen undmineralische Ursprunges, die als Heilmittel, Stimmulanzien oder Gewürze Verwendund finden.Verwiesen wird auf das Stichwort Rauschgifte. Rauschgifte sind biologisch aktive Substanzen, diedurch Wirkung auf das Zentralnervensystem den Bewusstseinszustand so veränder, dassrauschartige Zustände, mitunter mit Wahnvorstellungenauftreten. Rauschgifte sind natürlich ( z.b.Haschisch, Kokain, Opium, Nikotin), halbsynthetisch ( Alkohol, Heroin) oder künstlich hergestellt(Ecstasy, Speed).2. .Nüchtern philosophierenIch beginne mit der Kulturgeschichte der Drogen vor zweieinhalbtausend Jahren mit dengriechischen Philosophen um Platon und Sokrates. Sie waren der Meinung das, ” jedeÜberwältigung durch sogenannte göttliche Kräfte”, nicht als wahre Einsichten gelten sollten. Alle”Einflüsse und Besessenheiten” sind als Trübung der Seele und ihrer Urteilskraft zu verwerfen”.Philosophieren soll, auch wenn von beflügelten Themen die Rede ist, durchweg argumentierenbedeuten und das heisst nüchtern reden. Die alten Griechen waren stolz darauf sich von denlaunischen Gnaden der seelischen Ausnahmezustände freigemacht zu haben und “wollen dasLand der Wahrheit ohne Drogen und andere illegale Transportmittel durchqueren”.Seitdem gibt es in der Philosophie ein faktisches Enthusiasmusverbot. Philosophie ist von da anmehr Wissenschaft als Erleuchtungskunde und die Folgen sind bis auf den heutigen Tag schwerzu überblicken.Seit Aristoteles gehört es zum Ehrenkodex der argumentierenden Gemeinschaft, das es besser seinüchtern in die irre zu gehen, als droguiert mit den äußersten Einsichten herauszurücken.Wer dies nicht wollte der musste es weiterhin mit dem traditionellen Gemisch aus Rausch undReligion und von Hörensagen und Bewusstseinstrübungen versuchen.Dieser Rückblick ist nicht unwichtig wenn man sich die heuten süchtigen Mitglieder der westlichenGesellschaften anschaut.Die Feldzüge gegen die Drogen, seien sie therapeutisch, religiös,juristisch begründet sind teileines psychohistorischen Dramas. Es ist die seit mehreren Jahrtausenden geführte Schlacht umdas richtigen Maß von Rausch und Nüchternheit.In diesem Konflikt zeigt sich das es einen beträchtlichen Teil von Menschen gibt die das zu”schwer gewordene Gewicht der Welt nicht mehr tragen können”. Sie versuchen es durchBedürfniseinschränkung zu reduzieren oder versuchen es auf andere abzuwälzen oder es zu teilenund gemeinsam zu tragen oder es mit Hilfe von Rauschmittel es zu vergessen oder zu überfliegen.Im Hinterkopf die rebellische Wahrheit eines Satzes von J. G. Fichte:” …..denn das vernüftigeWesen ist nicht zum Lastenträger bestimmt.”Aus diesem Nichtzusammenbrechen unter Lasten, hat sich der Freiheits-undSelbstbestimmungswille der Menschenheit herausgebildet.Gleichzeitig hat ein anderer, grössere Teil der Menschheit seine ganze Vernunft und Nüchernheitaufgeboten und beugt sich dem Lebensjoch der als eine Art Gehorsamkeit dem unvermeidlichemund unabänderlichen Leben gilt.Diese Einstellung kommt aus der Überzeugung von der Grundgüte der Welt und der Zumutbarkeitdes Lebens. Nur in einer hinreichenden guten Welt ist das nüchternde Realitätsprinzip glaubhaftdurchzusetzten und die Existenz von Drogentherapeuten u.s.w. glaubwürdig.Die Philosophen gelten als Menschen, die jede Überwältigung des Verstandes für unzulässigerklären und sind daher keine Partner für ein Gespräch über süchtige Konstitution des Menschen.Die zeitgenössischen Philosophen sind stolz darau, auch die letzten Spuren der Ekstaseausgemerzt zu haben und geniessen es nüchtern dem Geist zum Sieg zu verhelfen.Platon und Aristoteles hatten noch eine ferne Erinnerung an Gipfelerfahrungen im Raum und dieTrennung von Logik und Ekstase war noch nicht völlig getrennt.Arestoteles sprach vom “..sich selber denkenden Denken” und hatte noch ein Gespür für hoheZustände und Enthusiasmus.Platon beruft sich auf die Schamanen, die als ekstasemächtige Meister in Griechenland bekanntwaren und deren Nachfahren in die Polis einwanderten und sich den städtischen Gegebenheitenanpassen mussten. Dies war der Beginn der Philosophie, als die Ekstatik sich der Rhetorikunterwarf.Der Zivilisationsproßess der westlichen Gesellschaft ist unter anderem durch die Installation vonErsatzdrogen gekennzeichnet ohne das Bewusstsein zu haben, das es sich um eine Ersatzdrogehandelt.2. Heilige DrogenUm die Quellen menschlichen Drogengebrauch zu verstehen muß eine moderne Denkgewohnheitabgelegt werden. Der Zusammenhang von Droge und Sucht ist eine neuzeitliche Verknüpfung undum den historischen Drogengebrauch zu verstehen ist es notwendig diese Allianz von Droge undSucht aufzubrechen und beide als grundverschiedene Größen zu betrachten.Es gab eine Epoche in der Drogen überwiegend als Vehikel eines ritualisierten metaphysischenGrenzverkehr fungierte. Der rituell gehegte Gebrauch von Drogen gehörte zu demuntergegangenen Weltalter des Mediumismus.Das menschliche Innere wurde nicht als in sich geschlossene Seelensphäre gesehen sondern alsErscheinungsraum und Bühne für Ankommendes, Eintretendes und Durchgehendes.Dasmenschliche “Innere” öffnet sich und tritt heraus. Ekstase bedeutet, das heraustreten des Ich ausseinen Grenzen, das ausser sich sein.In dieser Zeit galten die Drogen selber als Elemente, Akteure und Mächte im geordneten Kosmosund wurden angerufen wenn die Individuen sich krank und entfremdet fühlten und wenn dasverlangen nach Überwindung unerträglich gewordener Spannung groß ist.Spannungen zwischenAußen und Innen, zwischen Gott und Nicht-Gott, zwischen Ich und Wirklichkeit.Die Drogen dienten nicht der privaten Berauschung sondern fungierten als heilige Türöffner für dieGötter.In dieser Zeit, in der an jeder Ecke, in jedem Zelt unter jedem magischen Baum etwasgeheimnisvoll Ankommende, Eintretende und Durchgehendes geben konnte gab es einen großenGebrauch der Drogen aber keine Drogenprobleme.Es wird von extremen Formen des Rausches berichtet aber von Sucht ist nicht die Rede.Die Ekstase und die daraus folgernde sakrale Definition ist die Realität und das schließt dieSuchttendenz aus.Der magischen Sinn, der in dieser rituellen Ekstase ruht kann heute nicht mehr verstanden werdenaber nehmen wir mal an, das die geweihten Hostien des katholischen Rituals mit einigen TropfenLSD präperiert wären. Es gabe bestimmt viele Christuserscheinungen und Gottesvisionen.Das christentum wäre dann eine syhntetische Trancereligion wie brasilianischer Xango oderCandomble. Dann könnte die christliche Kommunion in einem Atemzug mit Soma oder Peyotegenannt werden und hätten “reale” Christuserscheinungen und Gottesvisionen.Die Tendenz ging Richtung nüchterne Verhältnisse in der Welt und das Abendmahl blieb einSakrament ohne Halluzinationen. Lange vor den Aufklärern hat die Theologie diese heiligenDrogen verteufelt. Nach dem Sieg der protestantischen Symboltheoretiker über die katholischenRealpräsnzmystiker in der Eucharistiedebatte des 16. Jahrhunderts wurde die nüchternde Neuzeitausgerufen.In der calvinistischen Neuzeit wurden die Ersatzdroge geliefert:: Kult um Geld und Erfolg. Wer sichnicht mit Geld und Erfolg droguieren kann, der muss die “realen Drogen” nehmen. Heroin ist dieErsatzdroge für die Ersatzdroge Geld und Erfolg.4. Wie fand die Sucht zur Droge?Mit dem Ende der Heiligen Drogen verstummten auch die Götter und der moderne Mensch istgegen Offenbarungen gefeit. Die alltäglischen nüchternden Gedankenzustände ist für uns normalund normativ. Alles andere kommt in den Bereich Wahn und Nonsens. Für den westlichenMenschen ist die Möglichkeit das Götter u.ä. zum Erfahrungsinhalt gehören ausgeschlossen.Göttliches ist nicht erscheinungsfähig. An religiösen Wahn denkt man bei direkte Offenbarungen.Mit dem verstummen der Götter wurde der Gebrauch sakraler Drogen langsam geringer. Es zeigtesich das auch in Ekstase die Kommunikation mit den Göttern verlernt wurde und derAußersichseinde die Offenbarungen nicht mehr versteht.An diesem Punkt treten Rausch und Kult auseinander. Die Drogen öffnen keine geheimen Türenund treffen auf ungewöhnliche innere Zustände. Es treffen keine Informationen aus dem Jenseitsein.Nun ist der Weg frei in den privaten Drogengebrauch und in die Sucht. Die modernenLebensformen bietet genug Gründe zum Drogen nehmen und süchtig werden.Die Sucht kann als revolte gegen die Zumutungen des Lebens gesehen werden. Der privateDrogengebrauch bietet Wege in die Innenexistenz und ein “Sichhinausdenken” aus dengegebenen Umständen. Der süchtige entfernt sich unerlaubt von der Realitätstruppe undentkommt der Verantwortung und Belastung des Lebens.Ab hier wird in den Tiefendemensionen der Bewußtseinsgeschichte geforscht und einepsychologische Erforschung ist bis jetzt ausgeblieben.Über den Geheimnissen der Inexistenz liegt ein Bann, der das Denken in Richtung Positivismuslenkt. Positivismus meint hier: Das alle Erkenntnisse auf beobachtete Tatsachen zurückführen.Metaphysische Erörterungen führen nicht zu Erkenntnissen, das Aussagen über Sein, Nichts,Geist u.s.w. durch keine Beobachtung überprüft werden können.Um diesen Bann zu Überwinden wäre ein westliches Nirvana-Konzept nötig, das uns einfreundschaftliches Nichts erschließt.Als vor über zweitausend Jahren der Ideen – und Motivationshaushalt der Menschheit sich zurevolutionieren begann tauchten die ersten Erlösungsreligionen auf. Die Erlösungstheorien sind einbrisanter Faktor in der Bewußtseinsgeschichte. Erlösung ist ein Grundbegriff jeder höherenReligion. Die mehr mystischen Religionen wie Brahmanismus, Buddismus, Hinduismus strebennach einer Erlösung des Menschen aus seiner individuellen, körperlichen, vergänglichen, oft nurscheinhaften existenz aus eigener Kraft und nach Aufgehen in einer überpersönlichen göttlichenEinheit.Im Christentum und Islam bedeutet Erlösung die Überwindung eines von Schuld und Leidgeprägten ( sündhaften) Lebens und Erreichung eines vollkommenen Lebens in Gott.Für dieChristen ist sie nur durch das Erlösungswerk und die Nachfolge Christi möglich.Wo Erlösung möglich ist geraten die Unterschiede zwischen Leben und Tod, Sein und Nichts inswanken und eine heilige verneinung der Welt ist möglich und das ein wahrer Tod einem falschenLeben vorzuziehen. Wer mit dem Erlösungsfeuer spielt kommt in die Versuchung demWelrtgebäude den Rücken zu zu kehren oder “Sich die Welt abgewöhnen ohne sie zu verlassen.”Die buddistischen Nirwanalogen und die gnostischen Akosmologen (Gnosis:Erkenntniss,Bewegung, die die Erkenntnisse der Gesetzt und Zusammenhänge in der Welt alswesentliche Vorraussetztung für das persönliche, oft kollegtiv verstandene, Heil ansah. Danach istRettung bzw. Verwircklichung der Menschen ihr eigenes Werk.Akosmismus: Philosophische Lehre, die die selbständige Realität der Welt leugnet oder sie alsnichtig betrachtet.Die buddistischen Nirwanalogen und die gnostischen Akosmologen bringen das “in der Welt sein”und “irgendwo anders sein” wieder zusammen. Die Lehren bieten dem Menschen in der mitunerträglischer Realität überladenen Leben die doppelte Staatsbürgerschaft des Seins wie desNicht-Seins an.Die modereneren Suchtformen wie Workaholismus, mit den Derivaten in der Amüsier-und Hobbykultur zeigt ein überlastetet Subjekt. Das In der Welt sein ebenso wie das Zur Welt kommen wirddurch permanetes Sichanfüllen mit Themen, Projekten, Events usw. verdrängt.Die Aufgabe ist, die unerlöste Sehnsucht nach Erlösung zu begegnen und der verheimlichtengroßen Verneinung Wege ins Freie, Gemeinsame aufzuzeigen.Wenn unsere Kultur sich auf theoretisch und menschlich glaubhafte Weise der Inexistenzannimmt, werden die Individuen den Verlockungen der pharmazeutischen- und derDrogenindustrie widerstehen können.5. Provoziertes LebenAm Anfang war der Entzug, denn unter tausend Wurzeln, Sträucher, Bäumen, Pilzen, Blüten suchtdie Menschen die eine Planze die Steigerung und Ausweitung des Lebens also provoziertes Lebenverspricht.Ein so potentes Organ wie das Gehirn braucht als Treibstoff Alkaloide um in die dunkelnden undunbekannten Räume im tirfsten inneren dieses Organs vorzudringen . Ein so kleines verletzlichesOrgan wie das Gehirn bringt es fertig das Pyramiden gebaut werden, die Röntgenstrahlengefunden worden sind und das man zum Mars fliegen kann.Das Gehirn ist das revolutionäre Organ schlechthin. Nicht Anpassung, nicht Faul-und Reifwerdensondern immer Schöpfungskrisen, Reizbarkeit, Leiden am Bewußtsein.Arbeiten heißt Steigerungzu geistigen Formen. Sein Wesen war nie Inhalt, sondern immer Form, seine Mittel Steigerung,sein Verlangen Reize. Mit vier Worten:Leben heißt provoziertes Leben.Dieses Organ brachte von Anfang an alles mit, es war nicht auf Eindrücke angewiesen, esproduzierte sich selbst, wenn man es rief.Als Satre auf seinen hohen Aufputschmittelverbrauch und die gesundheitlichen Folgenangesprochen wurde , antwortete er so: “Das ist mir schnuppe, ich will mich umbringen, wenn ichauf diese Weise die” Sonne in mein Kopf” installieren kann.Was macht es wenn man sich den Schädel beschädigt, Nerven und Körper ruiniert, sofern mandie Oberhand behält und sich zusätzlicheKapazitäten und Energien verschafft?Ich will mich gerne zerstören und sogar ein bißchen früher sterben, aber dafür die Kritik derdialektischen Vernunft geschrieben haben.Hinter beiden Aussagen steht die Theorie der Vollauslastung und die Vorstellung für grosseVisionen muss man unter Drogen stehen.Satre sagt,”…..und ich nehme es (Das Aufputschmittel Corydran) und treibe damit Mißbrauch, weildies das Sesam-öffne-dich ist für die geistige Vollauslastung.Auch Plato sagt noch etwas dazu:”endogene Bilder sind die letzte uns gebliebene Erfahrbarkeitdes Glücks.

Quellen: Peter Sloterdijk – Weltfremdheit, Gottfried Benn – Provoziertes Leben, Bernard-HenryLevy – Satre

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