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Schluss mit dem Geschwätz! Die christliche Predigt/Religion als Seelenwellness

don mudra, 14:08:
Schluss mit dem Geschwätz!
Die christliche Predigt/Religion als Seelenwellness
Essay von Don Mudra
4/2008
§166 StGB (1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§11
Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses
andere in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen
Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder
mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von
Schriften (§11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere
Religionsgesellschaften oder Weltanschauungsvereinigungen, ihre
Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet
ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
Hallo und herzlich willkommen bei Amor Fati am Sonntag. Heute mal
wieder mein Lieblingsthema: Die Religion oder genauer gesagt die
christliche Predigt. Unter www.predigten.de, kann man sich Predigten
zu allen Festtagen und Themen anschauen. Ich verfolge hin und wieder
die Gottesdienste im Deutschland Radio, die dort jeden Sonn- und
Feiertag um 10 Uhr morgens live übertragen werden. Immer im Wechsel,
zwischen Katholischen-und Evangelischen Gottesdienst. Das ist schon
oft harter Stoff der aus dem Radio ertönt und besonders an den
Festtagen, wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Die sogenannten
“Drei-Tages-Christen”, das sind die Christen, die zu Ostern, Pfingsten
und Weihnachten in die Kirchen gehen, bekommen dann besonders profane
(lat.["nicht geheiligt],weltlich Ggs. Sakral) und belanglose
Predigten zu hören.
An diesen Festtagen sind die Kirchen so voll mit Christen, das die
Kirchenbänke nicht ausreichen und Klappstühle gebraucht werden. Da
freut sich jeder Pfarrer über die volle Kirche und spricht milde zu
dem Publikum, wie zu verloren Töchtern und Söhnen. Der Pfarrer möchte
sein seltenes Publikum nicht verprellen und beginnt seine Predigt am
Heiligen Abend folgendermaßen: “Wie geht es Ihnen jetzt? Sind sie auch
so erschöpft?” oder die Variante:”Ich habe ein Schaf mitgebracht. Ein
Schaf von den Hirten auf dem Feld.”, oder auch schon gehört:”In der
letzten Ausgabe der Kirchenzeitung habe ich etwas gelesen, was mich
auf Anhieb angesprochen hat.”
Diese wohlfühl Sätze wurden am 24. Dezember 2006 irgendwo zwischen
Flensburg und Karlsruhe gepredigt. Dabei unterscheiden sich
Katholische und Evangelische Predigten inhaltlich nicht und regional
auch nicht. Im Osten werden Bibelschafe mit Versuchskaninchen
verglichen, im Süden wird die Taxierung Judäas (in der Antike, der
amtliche Name für den südlich. Teils Palästina) in einem Atemzug mit
der Mehrwertsteuererhöhung genannt, im Westen wird die
Weihnachtsfreude als eine Art Börsengewinn betrachtet und gemutmaßt,
1
das Maria und Josef am Heiligen Abend “auch sehr im Stress waren” und
im Norden wird seitenlang aus der Kirchenzeitung zitiert und über
Fernsehpastor Fliege philosophiert.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Pastor Senz aus Oberdorla
aufmerksam machen. Er hat seiner unaufmerksamen, plappernden Gemeinde
während des Weihnachtsgottesdienstes erklärt, er lasse sich diese
Mischung aus Oktoberfest und Bauernhochzeit nicht mehr bieten. Klappte
das Buch zu und verließ die Kirche – ohne Vaterunser, ohne Segen.
Die meisten seiner Kollegen und Kolleginnen, haben dazu keinen Mut und
schütteln, wenn der Gottesdienst vorbei ist, an der Kirchentür jedem
einzelnen die Hand. 500 mal “Danke!”, “Gesegnetes Fest!”, “Auf
Wiedersehen!” und 450 mal , das er diese “Gläubigen” erst in einem
Jahr wieder sieht.
Warum ist das so? Liegt es an den Predigten oder muss der Begriff
“Religion” neu definiert werden? Es gibt ja augenscheinlich zwei
Gruppen von “religiösen Christen”: Religion ist bei der einen Gruppe
von Christen, die Einhaltung des Festkalenders. Das sind diese “Drei-
Tage-Christen”, die Religion als Folklore und als eine gewohnte
Alltagsgestaltung betrachten. Die andere Gruppe von Christen ist viel
kleiner. Das sind die Christen, die daran Glauben, das “Christus-Jesus
Gott ist, in Gott sind drei Personen, Gott ist gut und allmächtig und
es gibt nur einen Gott”.
Was ist christlicher Glauben? Ich sage es euch mit folgender
Geschichte: Ein Missionar wird von einem Rudel Löwen angegriffen. Ehe
er in Ohnmacht fällt, spricht er ein Stoßgebet: “Lieber Gott, mach
diese Bestien zu frommen Christen.” Als der Gottesmann sein
Bewusstsein wiedererlangt, haben die Löwen einen Halbkreis um ihn
gebildet und beten: “Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne was du
uns beschert hast.” So wird Glauben konstruiert, was vorhin noch
unchristlich und falsch war,weil ohne Glauben, ist nun christlich und
richtig, mit Glauben. So werden Normen gemacht.
Alle Jahre wieder Jahren, wird von den Kirchen von einer Wiederkehr
der Religion gesprochen und es wird versucht, das an Hand von
kirchlichen Großveranstaltungen zu belegen. Als Beispiele nenne ich
die Beerdigung von Papst Johannes ??,(die größte Beerdigung weltweit
bisher), dann anschließend die Wahl des neuen Papstes, den
Weltjugendkirchentag in Köln 2006, die vermehrten Pilgerreisen,
Klosterurlaube und die Suche der Menschen nach Spirituellen und
Esoterischen Erfahrungen. Es scheint also so, als ob die Menschen
einen “Metaphysischen Durst” nach diesen Erfahrungen haben. Aber nur
weil es diesen “Metaphysischen Durst” gibt, muss es noch lange keine
“Metaphysische Getränke” geben.
Wenn das religiös sein soll, na bitte. Aber gibt es auch eine
Wiederkehr von radikalen christlichen Religion? Es gibt und besonders
in Amerika, fundamentalistische Strömungen, im Sinne von: Wir haben
die Wahrheit und die anderen haben sie nicht. Aber die meisten
Christen, sogar Katholiken in Bayern, glauben nicht mehr an die Bibel
und ihrer Entstehung.
2
Die Kirchen verlieren von Jahr zu Jahr mehr Mitglieder, es treten mehr
Menschen aus als das neue eintreten. Wenn ich Christen nach ihrem
Glauben frage, bekomme ich sehr oft zu hören, das sie nicht an die
Geschichten der Apostel glauben und die christliche Lehre nicht ernst
nehmen. Für sie ist der Glaube oder die christliche Botschaft die
Frage nach: Hast du deinen nächsten geliebt, den hungernden gefüttert,
den kranken gepflegt und den toten beerdigt und alles andere als
Umkleidung und Folklore sehen. Überzeugte Christen können diese Art
Glauben nicht akzeptieren, denn alle diese Handlungen sind die Folge
von Glauben. Wir sind doch alle Kinder Gottes und Gott hat doch
gesagt, wir sollen uns lieben usw.
Gegen diesen Glauben der Nächstenliebe kann man nichts sagen. Dann ist
alles andere Mythologie, Folklore und nette Geschichten, die aber für
uns nicht verbindlich sind. Es sollten sich nur alle dazu bekennen,
die so denken und nicht so tun als ob sie alles andere Glauben.
Leider sind die meisten Religionen missionarisch unterwegs und haben
den Wahrheitsanspruch für sich gepachtet. Christen, Juden und Islam
haben den Wahrheitsanspruch in ihrem Charakter und haben ihn in die
Welt gebracht. Nur wer hat die guten Gründe? Ich denke, keine der
Religionen hat die guten Gründe. Niemand kann die Wahrheit zwischen
zwei Buchdeckeln niederschreiben und dann verlangen, man solle darauf
schwören. Das hat mit Wahrheit nichts zu tun, das” ist die Logik einer
mächtigen Institution”. (Herbert Flasch)
Wenn mir ein Christ sagt, das er Glaubt aber die Geschichten in der
Bibel nicht ernst nimmt und nur die Folklore und das Brauchtum
mitnimmt, dann halte ich das für dumm. Dann frage ich, worauf
begründest du deinen Glauben, hat dein Glaube denn gar nichts mehr mit
Wahrheit zu tun. Wie könnte mir so ein Mensch seinen Glauben erklären,
denn ich habe den Glauben nicht. Hat denn Glauben keine Bedeutung
mehr,ist Glauben nur noch die persönliche Empfindung oder ist Glauben
nur noch Tradition und Brauch, den man respektvoll aber lauwarm
ausführt?
Die Religion war jahrtausendelang Gesetzgeber und Singeber und hat
so getan, als ob sie die Antworten auf die letzten großen Fragen
hätte. Jetzt steht die Wissenschaft im Mittelpunkt des geistigen
Lebens und die Religion steht am Rand. Das Christentum wird nicht
mehr gebraucht, die Geschäfte laufen auch ohne Glauben gut.
Zu Geschäfte fällt mir eine kleine Geschichte ein: “Der Pfarrer hat im
Ausland billig Kaffee gekauft. Bevor er zur Grenze kommt, klebt er
sich je ein Pfund unter jede Achsel. An der Grenze: “Haben sie etwas
zu verzollen? Alkohol, Zigaretten, Kaffee?” ” Nein, mein Sohn, ich
habe zwar zwei Pfund Kaffee gekauft, aber ich habe sie schon unter den
Armen verteilt.”
Ich stelle mir das Christentum so vor, wie Harald Martenstein in “DER
ZEIT” 07/2007 schrieb: “Christentum ist ein Serviceangebot an
diejenigen, die noch ein paar spirituelle Restbedürfnisse haben, die
Yoga allein nicht stillen kann.” Oder die Kirche sollte sich um die
Pflege Schwerkranker kümmern und alles andere, wie den Glauben, die
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Wahrheit und die ganze christliche Metaphysik im privaten Rahmen
zelebrieren.
Quellen:
Margarete Limberg; DLF Radio, Der Einfluss der Kirche auf die
Politik,18.04.2007
Evelyn Finger; Die Zeit, Schluss mit dem Geschwätz, 51/2007
Ulrich Körtner; DLF Radio, Religion als Event, 20.06.2006
Daniel Dennett; Der Spiegel, Süßigkeit für den Geist, 52/2005
04.04.2008
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Schluss mit dem Geschwätz!Die christliche Predigt/Religion als SeelenwellnessEssay von Don Mudra4/2008§166 StGB (1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§11Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnissesandere in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichenFrieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren odermit Geldstrafe bestraft.(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten vonSchriften (§11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andereReligionsgesellschaften oder Weltanschauungsvereinigungen, ihreEinrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignetist, den öffentlichen Frieden zu stören.Hallo und herzlich willkommen bei Amor Fati am Sonntag. Heute malwieder mein Lieblingsthema: Die Religion oder genauer gesagt diechristliche Predigt. Unter www.predigten.de, kann man sich Predigtenzu allen Festtagen und Themen anschauen. Ich verfolge hin und wiederdie Gottesdienste im Deutschland Radio, die dort jeden Sonn- undFeiertag um 10 Uhr morgens live übertragen werden. Immer im Wechsel,zwischen Katholischen-und Evangelischen Gottesdienst. Das ist schonoft harter Stoff der aus dem Radio ertönt und besonders an denFesttagen, wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Die sogenannten”Drei-Tages-Christen”, das sind die Christen, die zu Ostern, Pfingstenund Weihnachten in die Kirchen gehen, bekommen dann besonders profane(lat.["nicht geheiligt],weltlich Ggs. Sakral) und belanglosePredigten zu hören.An diesen Festtagen sind die Kirchen so voll mit Christen, das dieKirchenbänke nicht ausreichen und Klappstühle gebraucht werden. Dafreut sich jeder Pfarrer über die volle Kirche und spricht milde zudem Publikum, wie zu verloren Töchtern und Söhnen. Der Pfarrer möchtesein seltenes Publikum nicht verprellen und beginnt seine Predigt amHeiligen Abend folgendermaßen: “Wie geht es Ihnen jetzt? Sind sie auchso erschöpft?” oder die Variante:”Ich habe ein Schaf mitgebracht. EinSchaf von den Hirten auf dem Feld.”, oder auch schon gehört:”In derletzten Ausgabe der Kirchenzeitung habe ich etwas gelesen, was michauf Anhieb angesprochen hat.”Diese wohlfühl Sätze wurden am 24. Dezember 2006 irgendwo zwischenFlensburg und Karlsruhe gepredigt. Dabei unterscheiden sichKatholische und Evangelische Predigten inhaltlich nicht und regionalauch nicht. Im Osten werden Bibelschafe mit Versuchskaninchenverglichen, im Süden wird die Taxierung Judäas (in der Antike, deramtliche Name für den südlich. Teils Palästina) in einem Atemzug mitder Mehrwertsteuererhöhung genannt, im Westen wird dieWeihnachtsfreude als eine Art Börsengewinn betrachtet und gemutmaßt,1das Maria und Josef am Heiligen Abend “auch sehr im Stress waren” undim Norden wird seitenlang aus der Kirchenzeitung zitiert und überFernsehpastor Fliege philosophiert.In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Pastor Senz aus Oberdorlaaufmerksam machen. Er hat seiner unaufmerksamen, plappernden Gemeindewährend des Weihnachtsgottesdienstes erklärt, er lasse sich dieseMischung aus Oktoberfest und Bauernhochzeit nicht mehr bieten. Klapptedas Buch zu und verließ die Kirche – ohne Vaterunser, ohne Segen.Die meisten seiner Kollegen und Kolleginnen, haben dazu keinen Mut undschütteln, wenn der Gottesdienst vorbei ist, an der Kirchentür jedemeinzelnen die Hand. 500 mal “Danke!”, “Gesegnetes Fest!”, “AufWiedersehen!” und 450 mal , das er diese “Gläubigen” erst in einemJahr wieder sieht.Warum ist das so? Liegt es an den Predigten oder muss der Begriff”Religion” neu definiert werden? Es gibt ja augenscheinlich zweiGruppen von “religiösen Christen”: Religion ist bei der einen Gruppevon Christen, die Einhaltung des Festkalenders. Das sind diese “Drei-Tage-Christen”, die Religion als Folklore und als eine gewohnteAlltagsgestaltung betrachten. Die andere Gruppe von Christen ist vielkleiner. Das sind die Christen, die daran Glauben, das “Christus-JesusGott ist, in Gott sind drei Personen, Gott ist gut und allmächtig undes gibt nur einen Gott”.Was ist christlicher Glauben? Ich sage es euch mit folgenderGeschichte: Ein Missionar wird von einem Rudel Löwen angegriffen. Eheer in Ohnmacht fällt, spricht er ein Stoßgebet: “Lieber Gott, machdiese Bestien zu frommen Christen.” Als der Gottesmann seinBewusstsein wiedererlangt, haben die Löwen einen Halbkreis um ihngebildet und beten: “Komm, Herr Jesu, sei unser Gast und segne was duuns beschert hast.” So wird Glauben konstruiert, was vorhin nochunchristlich und falsch war,weil ohne Glauben, ist nun christlich undrichtig, mit Glauben. So werden Normen gemacht.Alle Jahre wieder Jahren, wird von den Kirchen von einer Wiederkehrder Religion gesprochen und es wird versucht, das an Hand vonkirchlichen Großveranstaltungen zu belegen. Als Beispiele nenne ichdie Beerdigung von Papst Johannes ??,(die größte Beerdigung weltweitbisher), dann anschließend die Wahl des neuen Papstes, denWeltjugendkirchentag in Köln 2006, die vermehrten Pilgerreisen,Klosterurlaube und die Suche der Menschen nach Spirituellen undEsoterischen Erfahrungen. Es scheint also so, als ob die Menscheneinen “Metaphysischen Durst” nach diesen Erfahrungen haben. Aber nurweil es diesen “Metaphysischen Durst” gibt, muss es noch lange keine”Metaphysische Getränke” geben.Wenn das religiös sein soll, na bitte. Aber gibt es auch eineWiederkehr von radikalen christlichen Religion? Es gibt und besondersin Amerika, fundamentalistische Strömungen, im Sinne von: Wir habendie Wahrheit und die anderen haben sie nicht. Aber die meistenChristen, sogar Katholiken in Bayern, glauben nicht mehr an die Bibelund ihrer Entstehung.2Die Kirchen verlieren von Jahr zu Jahr mehr Mitglieder, es treten mehrMenschen aus als das neue eintreten. Wenn ich Christen nach ihremGlauben frage, bekomme ich sehr oft zu hören, das sie nicht an dieGeschichten der Apostel glauben und die christliche Lehre nicht ernstnehmen. Für sie ist der Glaube oder die christliche Botschaft dieFrage nach: Hast du deinen nächsten geliebt, den hungernden gefüttert,den kranken gepflegt und den toten beerdigt und alles andere alsUmkleidung und Folklore sehen. Überzeugte Christen können diese ArtGlauben nicht akzeptieren, denn alle diese Handlungen sind die Folgevon Glauben. Wir sind doch alle Kinder Gottes und Gott hat dochgesagt, wir sollen uns lieben usw.Gegen diesen Glauben der Nächstenliebe kann man nichts sagen. Dann istalles andere Mythologie, Folklore und nette Geschichten, die aber füruns nicht verbindlich sind. Es sollten sich nur alle dazu bekennen,die so denken und nicht so tun als ob sie alles andere Glauben.Leider sind die meisten Religionen missionarisch unterwegs und habenden Wahrheitsanspruch für sich gepachtet. Christen, Juden und Islamhaben den Wahrheitsanspruch in ihrem Charakter und haben ihn in dieWelt gebracht. Nur wer hat die guten Gründe? Ich denke, keine derReligionen hat die guten Gründe. Niemand kann die Wahrheit zwischenzwei Buchdeckeln niederschreiben und dann verlangen, man solle daraufschwören. Das hat mit Wahrheit nichts zu tun, das” ist die Logik einermächtigen Institution”. (Herbert Flasch)Wenn mir ein Christ sagt, das er Glaubt aber die Geschichten in derBibel nicht ernst nimmt und nur die Folklore und das Brauchtummitnimmt, dann halte ich das für dumm. Dann frage ich, woraufbegründest du deinen Glauben, hat dein Glaube denn gar nichts mehr mitWahrheit zu tun. Wie könnte mir so ein Mensch seinen Glauben erklären,denn ich habe den Glauben nicht. Hat denn Glauben keine Bedeutungmehr,ist Glauben nur noch die persönliche Empfindung oder ist Glaubennur noch Tradition und Brauch, den man respektvoll aber lauwarmausführt?Die Religion war jahrtausendelang Gesetzgeber und Singeber und hatso getan, als ob sie die Antworten auf die letzten großen Fragenhätte. Jetzt steht die Wissenschaft im Mittelpunkt des geistigenLebens und die Religion steht am Rand. Das Christentum wird nichtmehr gebraucht, die Geschäfte laufen auch ohne Glauben gut.Zu Geschäfte fällt mir eine kleine Geschichte ein: “Der Pfarrer hat imAusland billig Kaffee gekauft. Bevor er zur Grenze kommt, klebt ersich je ein Pfund unter jede Achsel. An der Grenze: “Haben sie etwaszu verzollen? Alkohol, Zigaretten, Kaffee?” ” Nein, mein Sohn, ichhabe zwar zwei Pfund Kaffee gekauft, aber ich habe sie schon unter denArmen verteilt.”Ich stelle mir das Christentum so vor, wie Harald Martenstein in “DERZEIT” 07/2007 schrieb: “Christentum ist ein Serviceangebot andiejenigen, die noch ein paar spirituelle Restbedürfnisse haben, dieYoga allein nicht stillen kann.” Oder die Kirche sollte sich um diePflege Schwerkranker kümmern und alles andere, wie den Glauben, die3Wahrheit und die ganze christliche Metaphysik im privaten Rahmenzelebrieren.Quellen:Margarete Limberg; DLF Radio, Der Einfluss der Kirche auf diePolitik,18.04.2007Evelyn Finger; Die Zeit, Schluss mit dem Geschwätz, 51/2007Ulrich Körtner; DLF Radio, Religion als Event, 20.06.2006Daniel Dennett; Der Spiegel, Süßigkeit für den Geist, 52/200504.04.20084

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