Dem asoziale FIFA Präsident Joseph Blatter steht die Scheisse bis zum Hals!

don mudra, 12:10:

FIFA-ANZEIGE ZUR WM-VERGABE
Eine totale Luftnummer

Von Philipp May
Deutschlandfunk 19.11.2014

Fifa-Präsident Joseph Blatter bei der Bekanntgabe der WM-Ausrichter 2018 und 2022 (afp / Philippe Desmazes)
Dass bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften nach Katar und Russland nicht alles mit rechten Dingen gelaufen ist – dafür gibt es einige Anhaltspunkte. Nach tagelanger Kritik reagiert die FIFA jetzt mit einer Strafanzeige – aber nur gegen Unbekannt. Philipp May hält das für eine Panikaktion.

Es ist mal wieder ein billiges und dreistes Ablenkungsmanöver der FIFA. Und es zeigt, wie sehr der Fußball-Weltverband und vor allem Sepp Blatter unter Druck geraten sind.

Fünf Tage, nachdem der Münchener Ethik-Richter Joachim Eckert der FIFA Russland und Katar freigesprochen hat, fünf Tage, in denen die Kritik auf den Weltverband nur so hereingeprasselt ist, stellt die FIFA Strafanzeige wegen verdächtiger Geldzahlungen – auf Empfehlung von Eckert.

Eine Panikaktion. Denn: Wenn die FIFA und Eckert das ernsthaft geplant hätten, dann hätten sie diese Strafanzeige ja wohl zeitgleich, wenn nicht gar vor der Veröffentlichung des Abschlussberichts publik gemacht.

Zumal Richter Eckert in seinem Statement davon spricht, dass er “weitgehend parallel” zu seinem Abschlussbericht der FIFA die Strafanzeige empfohlen habe. Was soll denn bitte das sein: “Weitgehend parallel” in einer Sache von solch einem herausragenden öffentlichen Interesse?!?

Und: In dem verheerenden Abschlussbericht findet sich kein einziger Hinweis auf strafrechtlich relevante Geldwäsche- beziehungsweise Korruptionsvorgänge in der Schweiz. Wie kann das denn bitte sein?

FIFA-Präsident steht mit dem Rücken zur Wand

Die Antwort ist gerade durchgesickert: Dieses vermeintlich knallharte Vorgehen ist eine totale Luftnummer: nichts weiter als eine Strafanzeige gegen Unbekannt. Die FIFA hat einfach den Untersuchungsbericht von FIFA-Chefermittler Michael Garcia an die Schweizer Staatsanwaltschaft weitergegeben, um Engagement vorzutäuschen! Denn natürlich weiß auch FIFA-Präsident Sepp Blatter, dass das nicht gerade zimperliche amerikanische FBI eh längst wegen Korruptionszahlungen bei den WM-Vergaben nach Russland und Katar ermittelt. Und er weiß auch, dass die Ehefrau von Garcia wo arbeitet? Richtig: beim FBI. Sprich: Garcias Untersuchungsergebnisse werden sowieso ihren Weg zu den staatlichen Untersuchungsbehörden finden. Völlig egal, ob Blatter nun Strafanzeige in der Schweiz gegen Unbekannt stellt.

Der FIFA-Präsident steht mit dem Rücken zur Wand: Er will seine beiden WM-Turniere retten, und dafür ist ihm kein Taschenspielertrick zu billig. Das war schon immer so: Zur tragischen Figur scheint dagegen Joachim Eckert zu werden. Als Münchener Korruptionsrichter eigentlich bestens beleumundet, ist er auf einem Spielfeld gelandet, auf dem er sich offensichtlich nicht auskennt. Eine Ethikkommission ist keine Strafrechtskammer.

Niemand hat erwartet, dass die FIFA-Ethiker mit ihren begrenzten Mitteln wirklich Beweise dafür finden, dass Russland und Katar die WM gekauft haben. Aber: Man muss die Ungereimtheiten und den Gestank, den dieser Bewerbungsprozess verströmt, klar benennen. Und man sollte in seinem offiziellen Abschlussbericht auf keinen Fall Sepp Blatter für seinen Reformkurs loben. Jetzt ist Joachim Eckert offenbar Passagier der PR-Strategie des FIFA-Präsidenten. Sein guter Ruf wird weiter Schaden nehmen

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