02 Oktober 2011
Der Papst spricht Amy Winehouse heilig – leider nur geträumt.
Der Papst spricht Amy Winehouse heilig – leider nur geträumt.
Baden – Baden 2004, New Pop Festival. Konzert mit Amy W.
Ich habe den Live – Mitschnitt von diesem Konzert und höre ihn z.Z. jeden Tag. Ein echter “Seeligmacher”!
Der Papst hat in Berlin, Erfurt und Freiburg Gottesdienste abgehalten.
Es wurden ihm Babys gereicht, die er dann segnete. Warum hat ihm niemand Amy W. gereicht? Amy W. bringt mich persönlich dem “unaussprechlichen oder Metaphysischen” so nah wie es kein Kleriker je könnte.
Das Motto des Papstbesuches lautete “Wo Gott ist, da ist Zukunft”.
Ich antworte darauf, “Wo kein Gott ist, ist Gegenwart und Vergangenheit”.
Gegenwärtig und rückblickend war mehr als 2000 Jahre von Gott nichts zu sehen und zu hören. Wir blicken auf über 2000 Jahre Krieg, Mord, Verbrennung, Folter, Vergewaltigung, Demütigung, Diffamierung, Diskriminierung und Ausbeutung zurück.
Also auf in die Zukunft, wo Gott wartet. Vielleicht steht irgendwo in der Zukunft Martin Luther herum. Dann könnten Herr Luther und Herr Ratzinger endlich das 500 Jahre alte Problem der Ökumene klären.
Gegenwärtig und rückblickend passiert seit 500 Jahren nichts. Stillstand auf niedrigen Niveau. Die Protestanten sind schon völlig deprimiert, weil sie im katholischem Verständnis keine richtige Kirche sind. Für Herrn Ratzinger sind die Protestanten nur eine “Glaubensgemeinschaft”.
Bei seinem Besuch in Deutschland hat Herr Ratzinger die gleiche alte Leier gespielt wie in den letzten Jahrzehnten. Das ist schlecht für Frauen, Schwule, Lesben, geschiedene, wiederverheiratete und alle anderen die in Sünde leben. (z.b. Bundespräsident Christian Wulf, der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit und die Hälfte der Abgeordneten im Bundestag)
Herr Ratzingers Rede im Bundestag war ein Schlag ins Gesicht der katholischen Basis. Schluss mit dem Positivismus und zurück zur Metaphysik.
Herr Ratzingers Lieblingsbegriff “Relativismus” kam nicht vor in seinem Vortrag. Aber Positivismus meint das Gleiche. Der vom Pragmatismus geprägte Bundestag bejubelte diesen Vortrag begeistert.
Die anwesenden Politiker und Komparsen haben bestimmt nichts verstanden von Herrn Ratzingers Rechtsphilosophischen Vortrag. Mir gelang es erst nach dreimaligen Hören zum Kern des Vortrages zu kommen.
Auf den Punkt gebracht hat Herr Ratzinger gesagt: Die Kirche darf sich nicht dem Zeitgeist und der Gegenwart anpassen. Zurück zur Spiritualität, “Entweltlichung” der Kirche, der Glaube ist nicht verhandelbar und keine ökumenischen Kompromisse. Herr Ratzinger erwartet, das die Evangelische Kirche zurück in den Schoss der römisch/katholischen Kirche kehrt.
Lieber Herr Ratzinger, der Bundestag ist kein Seminar für dogmatische Religion und kein Podium für Missionierung.
Aber Herr Ratzinger darf den Rechtsstaat, die Aufklärung und die Politik in Frage stellen.
Mein Tipp an Herrn Ratzinger: Schreiben Sie ihre Reden nicht selber. Suchen Sie sich einen “Markenkern orientierten” Redeschreiber
Mit mehr Klartext würden die Ziele und die Zukunft der Sekte “katholische Kirche” klarer. Aber Klartext bedeutet auch weniger Beifall und noch weniger Gläubige. (3 % der ca. 24 Millionen Katholiken gehen regelmässig in den Gottesdienst)
Die Medien sind wie immer bei Religionsfragen, zahm bis unterwürfig. Nur die Sendung “Kontrovers – Halleluja oder Pfiffe für den Papst vom 19. 9.2011 war eine Ausnahme.
Einer der Teinehmer dieser Sendung, Herr Ziervogel vom Bündnis “Freiburg ohne Papst” hat mir aus dem Herzen gesprochen. Vielen Dank Herr Ziervogel für die klaren Worte.
Einen offiziellen Vertreter der katholischen Kirche gab es nicht. Die von der Redaktion des Deutschlandfunk gefragten Bischöfe und Kirchenfunktionäre sagten alle ab.
Über die beiden anderen Diskussionsteilnehmer, Frau Rösler vom Netzwerk “Generation Benedito” und Herr Ehrmann von der SPD, zuständig für “Religion/Kirche”, möchte ich besser nichts sagen.
“Wer anderen Intoleranz vorwirft, ist intolerant.”
Quellen: Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur 09/2011