“Wie Hartz4 Empfänger das Weltklima retten” oder “Brauchen wir Wirtschaftswachstum?”

don mudra 13:09
“Wie Hartz4 Empfänger das Weltklima retten”
oder
“Brauchen wir Wirtschaftswachstum?”
Essay von Don Mudra
20.06.2009
Hallo und herzlich willkommen bei Amor Fati am Sonntag.Das Thema
heute
“Wie Hartz4 Empfänger das Weltklima retten” oder “Brauchen wir
Wirtschaftswachstum?”
Die Finanz-und Bankenkrise hat dem Thema noch mehr Bedeutung
gegeben. Gewinner der Finanz-und Bankenkrise ist das Weltklima denn
die schlechten Geschäfte weltweit verringern die CO2 Emissionen .Die
Rezession hat das geschafft, was kein Kyoto Protokoll geschafft hat:
Die CO2 Emissionen sinken.
Offenbar ist also ausbleibendes Wirtschaftswachstum der beste
Klimaschutz.
Dann die knallharte Frage: “Brauchen wir unbedingt
Wirtschaftswachstum?”
Überlegung:
Ein Mensch benötigt zum Leben etwa 2500 Kalorien, ein paar Liter
Wasser und Sauerstoff. Er braucht das jeden Tag, in jedem Jahr. Im
Prinzip braucht er immer gleich viel Kalorien, Wasser und
Sauerstoff.
Aber nein. Im Kapitalismus will der Mensch mehr. Er braucht Wachstum
weil es ihn glücklich macht. Die Kalorien, das Wasser und der
Sauerstoff bleiben gleich aber der Mensch will nicht mehr zu Fuß
gehen, also muss ein Auto her.
Untersuchungen haben gezeigt, das Wachstum glücklich macht aber nur,
wenn man wenig besitzt. Also Auto statt Fahrrad, Wohnung statt WG
Zimmer, Waschmaschine statt Waschcenter.
Ab einem gewissen Niveau hebt das Wirtschaftswachstum die
Zufriedenheit wieder auf. Der durchschnittliche Deutsche kann sich
heute dreimal soviel leisten wie vor 30 Jahren. Die
Lebenszufriedenheit ist aber unveränderlich eher schlecht
geblieben.
Wollte man ohne Wirtschaftswachstum auskommen, müsste man die
Bedeutung der Lohnarbeit mindern. Die Arbeitszeiten müssten neu
organisiert werden. Die vorhandene Arbeit muss dann unter den
Arbeitern gleichmäßig ausgeteilt werden Also für alle die zwanzig
Stundenwoche z. b..
Aber in einer Arbeitsgesellschaft, wie es die Deutsche Gesellschaft
ist, wo die Leute ihre Berufe in Todesanzeigen und auf den Grabstein
schreiben und zu Lebzeiten kommt nach fünf Sätzen die Frage:”Und was
machen sie beruflich?” Der Dichter Hölderlin hat schon vor über 150
1
Jahren gesagt:”In Deutschland gibt es keine Menschen sondern nur
Berufe.
Kurz zu Johannes Calwin ( 1509-1564). Er spielte eine bedeutende
Rolle bei der Abschaffung des Feudalsystem und der Einführung des
Kapitalismus. Bei den Calvinisten gibt es das Wort “faul” nicht und
spätestens mit der Industrialisierung war es vorbei mit der
Handwerker-Manufaktur-Gemütlichkeit. Die Ideologie der Arbeit hatte
sich nach hunderten von Jahren in den Köpfen der Menschen
festgesetzt und wurde zum Maß aller Dinge.
Nach Calwin Überzeugung,…”hat Gott für jeden Menschen entweder
Seligkeit oder Verdammnis vorherbestimmt. Der wirtschaftliche Erfolg
ist der Gradmesser der zugewiesenen Seligkeit.
Mit anderen Worten: Wer wirtschaftlichen Erfolg hat, kommt in den
Himmel und wer kein Erfolg hat, soll in der Hölle schmoren. Die
Bibel bekennt sich auch klar zur Arbeit: “Im Schweiße deines
Angesicht sollst du dein Brot essen!” und der Papst fordert die
Gläubigen auf zum gemeinsamen: “Ora et labora” (Bete und Arbeite).
Die christlichen Kirchen waren wie immer auch bei dieser Sauerei
dabei und sind mit verantwortlich für unser schlechtes Gewissen, das
wir haben, wenn wir “faul” sind oder uns dem Müßiggang hingeben. Ich
halte die Institutionen der christlichen Kirchen für kriminelle
Vereinigungen (Stichwort:Kirchenstaatsvertrag) und von ihrer
Ideologie her, kann man die christliche Kirche auch als eine Sekte
bezeichnen, denn sie erfüllt einige Tatbestände, die typisch sind
für Sekten. da wären zu nennen: Missionarisch tätig sein und der
Anspruch auf absolute Wahrheit.
Wir als Gesellschaft und die Politik sollten uns schnell daran
gewöhnen, das es in den nächsten Jahren immer weniger Arbeit geben
wird aber immer mehr Arbeitslose und Müßiggänger. Die Politik
sollte endlich zur Kenntnis nehmen, das die Arbeitslosen, die
Müßiggänger und die Faulen ein große Gruppe sind und die Welt retten
können. Weniger Arbeit bedeutet weniger Verbrauch von Ressourcen
Immer weniger Arbeit bedeutet für die Menschen immer mehr Freizeit.
Nur ist die sogenannte “Freizeit” keine “freie Zeit”. Theodor W.
Adorno meint dazu:”Kein Funke der Besinnung, darf in die Freizeit
fallen, weil er sonst in die Arbeitswelt überspringen und sie in
Brand setzten könnte”.
Freizeit ist also nicht “freie Zeit”. Freizeit ist immer in
Abhängigkeit zur Arbeit zu sehen. Die Arbeitszeit bestimmt mit
ihren Tages-,Wochen-, und Jahresrhythmus über Umfang und Möglichkeit
der Freizeit. Was sind die Tugenden der Arbeits-, und der
Freizeitwelt? Ich sage es euch: In der Arbeitswelt wird
Selbstdisziplin, Konzentration, Sparsamkeit, Zuverlässigkeit und ein
verantwortungsvoller Umgang mit Mensch, Material und Maschinen
gefordert. Die Freizeitwelt fordert genau das Gegenteil zur
Arbeitswelt. In der “Freien Zeit”, ist der schnellentschlossene
Käufer gefragt, der Wegwerfer, der Verschwender, der
Umweltverschmutzer, der Extremsportler, der Braungebrannte, der
2
Durchtrainierte, mit anderen Worten: Es gibt keine Bürger mehr
sondern nur noch Konsumenten und der Auftrag lautet: Arbeiten um zu
konsumieren.
Der Zusammenhang von Vollbeschäftigung und Massenkonsum ist nicht
von der Hand zu weisen. Die 50iger, 60iger und die 70iger Jahre,
waren geprägt von Vollbeschäftigung und Massenkonsum. Es wurde viel
produziert (gearbeitet) und es wurde viel konsumiert. In den letzten
20 Jahren wurde die Arbeit immer teurerer und die Produktion wurde
in Billiglohnländer verlegt. Die Konsumenten üben sich in
Kaufzurückhaltung und werden dafür von der Politik beschimpft. Wir
als Bürger oder Konsumenten, mit unserer Kaufzurückhaltung, sind mit
verantwortlich für die schlechte Wirtschaftslage.
In einer Gesellschaft, die nicht genug Arbeit für alle hat, darf die
“Freizeit” nicht kommerziell sein. Eine Gesellschaft ohne Arbeit
muss den Freizeitkonsum verneinen. Die Mitglieder einer solchen
Gesellschaft, brauchen Mut, an sich selbst interessiert zu sein und
somit einer Selbstverwirklichung näher zu kommen. Dafür braucht man
aber auch mehr öffentliche Räume die nicht kommerziell sind, z. b.
Stadtteiltheater, Sportplätze, Bücherhallen, die Hürden für
politische Betätigung beseitigen, Stadtteilarbeit usw.
Man könnte auch den Sozialstaat verändern und ein garantiertes
Grundeinkommen für alle einführen. Man hätte auf einmal Spielraum
für nützliche aber unbezahlte Arbeit. Papa könnte sich um die
Kindern kümmern, den Ölwechsel am Auto selber machen oder den
kranken Vater pflegen.
Wer nicht arbeitet, baut keine Waffen und vergiftet auch nicht die
Umwelt. Wer nicht arbeitet entlastet das Gesundheitssystem, denn es
entfallen Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle und andere
Psychosomatischen Erkrankungen. Wer nicht arbeitet, fliegt auch
nicht in den Urlaub, denn er braucht keine Erholung mehr. Das ganze
Leben ist dann Erholung. Wer nicht arbeiten muss hat Müßiggang, ist
Selbstbestimmung und hat Zeit sich um Alten, Kindern und Nachbarn
und vor allem mit sich selbst zu kümmern. Wer nicht arbeitet
entlastet den Straßenverkehr, belebt das kulturelle Leben, rettet
die Esskultur und hat mehr Sex, was sich auf die Psyche positiv
auswirkt und somit auch für die Gesellschaft gut ist.
Wenn die Volkswirtschaftler sich die Mühe machen würden, eine Kosten
- Nutzen Rechnung der geleisteten Arbeit zu errechnen, würden sie
schnell erkennen, das Arbeit heute mehr schadet als das sie nutzt.
Ich frage euch, wer hat die Atomkraftwerke gebaut ( ohne
Endlagerregelung sind Atomkraftwerke kriminell), wer ist für
vergiftete Flüsse, Meere und Luft verantwortlich? Wer baut die
Panzer, Landminen, Splitterbomben, Gewehre, Atombomben? Wer
vergiftet Lebensmittel, verkauft Gammelfleisch? Es waren und sind
berufstätige Menschen die sozialversicherungspflichtig arbeiten. Mit
krimineller Energie wird der Arbeitsplatz gesichert. Ich halte das
für Asozial!
3
Damit das System funktioniert muss der Wachstumszwang der Industrie
gemildert werden. Man müsste die Aktiengesellschaften in Stiftungen
umwandeln. Die Konzerne wären noch in privater Hand, stehen aber
nicht unter Expansionsdruck und müssen 25 % Rendite erwirtschaften.
(Vorgabe von Josef Ackermann von der deutschen Bank).
Vor Jahrhunderten waren Münzen das Zahlungsmittel. Wer viel Geld
hatte, also wer schwer zu schleppen hatte, gab es der Bank und bekam
einen Zettel, auf dem der entsprechende Wert notiert war. Eine
Banknote. Weil die Scheine viel praktischer waren als die schweren
Münzen, kursierten die Zettel bald als allgemeines Zahlungsmittel
Das Problem war, dass niemand kontrollieren konnte, wie viele Zettel
die Banken unters Volk brachten.
Mit Einführung der staatlichen Zentralbanken hörte das
unkontrollierte Wachsen der Geldmenge auf. Der Staat druckt und
kontrolliert die Menge der Banknoten, die im Umlauf sind. Banknoten
spielen kaum noch eine Rolle. Sie machen nur sieben Prozent des
Geldes aus. Der große Rest ist auf EC Karten, Kontoauszügen und
Computermonitore.
Dieses sogenannte Buchgeld wächst heute so unkontrolliert wie früher
das Zettelgeld. Je mehr Kredit die Banken ausgeben desto mehr Geld
gibt es auf der Welt.Diese Kredite müssen von den Unternehmen mit
Zinsen zurückbezahlt werden und deshalb muss das Unternehmen mehr
Waren verkaufen um Kredite plus Zinsen zu tilgen.
Das erste, was mich meine Mutter immer fragte, wenn wir uns lange
nicht gesehen hatten: “Hast Du Arbeit?”. Wenn ja, war alles gut,
wenn nein, war ich kein vollwertiger Mensch. Diese Einstellung,
zieht sich durch die ganze Gesellschaft und teilt die Menschen in
zwei Gruppen; die mit Arbeit und die ohne Arbeit.
Seit Ende der siebziger Jahre, geht der Gesellschaft die Arbeit aus.
Die offizielle Arbeitslosenzahl für den Mai 2008 betrug ca. 3,3
Millionen und weitere ca. 2 Millionen Menschen sind in
Weiterbildungs- und anderen Maßnahmen.Im Jahr 2007 erhielten 306 000
Menschen Hilfe zum Lebensunterhalt. Auf der anderen Seite haben 39
Millionen Menschen eine Sozialversicherungspflichtige Arbeit.
Bei Linken und bei Rechten Politikern, gilt die Arbeit auch in
Zeiten der Massenarbeitslosigkeit als Sinn des Lebens. Obwohl die
Politik sehr wohl weiß, das es nie mehr Vollbeschäftigung geben
wird, versuchen sie mit immer neuen und Verordnungen, das Heer der
Arbeitslosen und Müßiggängern zu verkleinern.
Ein Tabubruches muss her.Die Arbeit als Sinnbild für Krönung oder
Sinn des Lebens, muss auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen
werden. Und die Gesellschaft muss den Menschen die nicht arbeiten,
mehr Respekt und Achtung entgegen bringen.
Der Widerstand derjenigen, die von Arbeitslosigkeit und Hartz 4
profitieren,also die Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen,
Verwaltungen, Weiterbildungsakademien usw., wird groß sein. Wer sägt
schon den Ast ab, auf dem er sitzt. Was ist für den Arzt ein guter
4
Patient? Jemand, der nicht Gesund und nicht Tot ist und warum sollte
der Drogentherapeut ein Interesse daran haben, das sein Patient
“clean” wird ? Er würde sich damit arbeitslos machen.
Eine gesellschaftliche Aufwertung der Faulheit und des Müßiggang,
ist in unserer Gesellschaft schwer vorstellbar. Die SPD und die
Gewerkschaften halten die Forderung nach einer 30 oder 35
Stundenwoche schon für revolutionär und die Grünen sind in die Ethik
der Handwerkskammern eingetaucht. Von dieser Seite ist nichts zu
erwarten.
Die Gegner des “Recht auf Faulheit”, die sogenannte “Neuen Mitte”,
das sind die Sozialarbeiter, Psychologen und die, die in einer Art
“Helfersyndrom”, immer neue Problemgruppen des Arbeitsmarktes
definieren und damit neue Beschäftigungs-, Eingliederungs-,
Bewerbungs-, und anderen Bla,Bla Projekte erfinden. Bei diesen
Projekten habe ich den Eindruck, das sie den abgehalfterten Rezepten
John Maynard Keynes folgen, der vor über 70 Jahren empfahl:” Es ist
volkswirtschaftlich sinnvoller, wenn Arbeitslose Löcher buddeln, die
sie anschließend wieder zuschütten, als sie aus der Wohlfahrt zu
ernähren.”5
Quellen:
“Arbeit (Soziologie)”, Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. © 1993-1997 Microsoft
Corporation. Alle Rechte vorbehalten
2Wörterbuch der Philosophie, Dr. Rainer Hegenbart
3Recht auf Faulheit, Paul Lafargue, 1883
4 “Produktivität”, Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. © 1993-1997 Microsoft
Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
TAZ 10.02.1990, Adelt Arbeit?, Eberhard Seidel-Pielen
5

“Wie Hartz4 Empfänger das Weltklima retten”oder”Brauchen wir Wirtschaftswachstum?”Essay von Don Mudra20.06.2009Hallo und herzlich willkommen bei Amor Fati am Sonntag.Das Themaheute”Wie Hartz4 Empfänger das Weltklima retten” oder “Brauchen wirWirtschaftswachstum?”Die Finanz-und Bankenkrise hat dem Thema noch mehr Bedeutunggegeben. Gewinner der Finanz-und Bankenkrise ist das Weltklima denndie schlechten Geschäfte weltweit verringern die CO2 Emissionen .DieRezession hat das geschafft, was kein Kyoto Protokoll geschafft hat:Die CO2 Emissionen sinken.Offenbar ist also ausbleibendes Wirtschaftswachstum der besteKlimaschutz.Dann die knallharte Frage: “Brauchen wir unbedingtWirtschaftswachstum?”Überlegung:Ein Mensch benötigt zum Leben etwa 2500 Kalorien, ein paar LiterWasser und Sauerstoff. Er braucht das jeden Tag, in jedem Jahr. ImPrinzip braucht er immer gleich viel Kalorien, Wasser undSauerstoff.Aber nein. Im Kapitalismus will der Mensch mehr. Er braucht Wachstumweil es ihn glücklich macht. Die Kalorien, das Wasser und derSauerstoff bleiben gleich aber der Mensch will nicht mehr zu Fußgehen, also muss ein Auto her.Untersuchungen haben gezeigt, das Wachstum glücklich macht aber nur,wenn man wenig besitzt. Also Auto statt Fahrrad, Wohnung statt WGZimmer, Waschmaschine statt Waschcenter.Ab einem gewissen Niveau hebt das Wirtschaftswachstum dieZufriedenheit wieder auf. Der durchschnittliche Deutsche kann sichheute dreimal soviel leisten wie vor 30 Jahren. DieLebenszufriedenheit ist aber unveränderlich eher schlechtgeblieben.Wollte man ohne Wirtschaftswachstum auskommen, müsste man dieBedeutung der Lohnarbeit mindern. Die Arbeitszeiten müssten neuorganisiert werden. Die vorhandene Arbeit muss dann unter denArbeitern gleichmäßig ausgeteilt werden Also für alle die zwanzigStundenwoche z. b..Aber in einer Arbeitsgesellschaft, wie es die Deutsche Gesellschaftist, wo die Leute ihre Berufe in Todesanzeigen und auf den Grabsteinschreiben und zu Lebzeiten kommt nach fünf Sätzen die Frage:”Und wasmachen sie beruflich?” Der Dichter Hölderlin hat schon vor über 1501Jahren gesagt:”In Deutschland gibt es keine Menschen sondern nurBerufe.Kurz zu Johannes Calwin ( 1509-1564). Er spielte eine bedeutendeRolle bei der Abschaffung des Feudalsystem und der Einführung desKapitalismus. Bei den Calvinisten gibt es das Wort “faul” nicht undspätestens mit der Industrialisierung war es vorbei mit derHandwerker-Manufaktur-Gemütlichkeit. Die Ideologie der Arbeit hattesich nach hunderten von Jahren in den Köpfen der Menschenfestgesetzt und wurde zum Maß aller Dinge.Nach Calwin Überzeugung,…”hat Gott für jeden Menschen entwederSeligkeit oder Verdammnis vorherbestimmt. Der wirtschaftliche Erfolgist der Gradmesser der zugewiesenen Seligkeit.Mit anderen Worten: Wer wirtschaftlichen Erfolg hat, kommt in denHimmel und wer kein Erfolg hat, soll in der Hölle schmoren. DieBibel bekennt sich auch klar zur Arbeit: “Im Schweiße deinesAngesicht sollst du dein Brot essen!” und der Papst fordert dieGläubigen auf zum gemeinsamen: “Ora et labora” (Bete und Arbeite).Die christlichen Kirchen waren wie immer auch bei dieser Sauereidabei und sind mit verantwortlich für unser schlechtes Gewissen, daswir haben, wenn wir “faul” sind oder uns dem Müßiggang hingeben. Ichhalte die Institutionen der christlichen Kirchen für kriminelleVereinigungen (Stichwort:Kirchenstaatsvertrag) und von ihrerIdeologie her, kann man die christliche Kirche auch als eine Sektebezeichnen, denn sie erfüllt einige Tatbestände, die typisch sindfür Sekten. da wären zu nennen: Missionarisch tätig sein und derAnspruch auf absolute Wahrheit.Wir als Gesellschaft und die Politik sollten uns schnell darangewöhnen, das es in den nächsten Jahren immer weniger Arbeit gebenwird aber immer mehr Arbeitslose und Müßiggänger. Die Politiksollte endlich zur Kenntnis nehmen, das die Arbeitslosen, dieMüßiggänger und die Faulen ein große Gruppe sind und die Welt rettenkönnen. Weniger Arbeit bedeutet weniger Verbrauch von RessourcenImmer weniger Arbeit bedeutet für die Menschen immer mehr Freizeit.Nur ist die sogenannte “Freizeit” keine “freie Zeit”. Theodor W.Adorno meint dazu:”Kein Funke der Besinnung, darf in die Freizeitfallen, weil er sonst in die Arbeitswelt überspringen und sie inBrand setzten könnte”.Freizeit ist also nicht “freie Zeit”. Freizeit ist immer inAbhängigkeit zur Arbeit zu sehen. Die Arbeitszeit bestimmt mitihren Tages-,Wochen-, und Jahresrhythmus über Umfang und Möglichkeitder Freizeit. Was sind die Tugenden der Arbeits-, und derFreizeitwelt? Ich sage es euch: In der Arbeitswelt wirdSelbstdisziplin, Konzentration, Sparsamkeit, Zuverlässigkeit und einverantwortungsvoller Umgang mit Mensch, Material und Maschinengefordert. Die Freizeitwelt fordert genau das Gegenteil zurArbeitswelt. In der “Freien Zeit”, ist der schnellentschlosseneKäufer gefragt, der Wegwerfer, der Verschwender, derUmweltverschmutzer, der Extremsportler, der Braungebrannte, der2Durchtrainierte, mit anderen Worten: Es gibt keine Bürger mehrsondern nur noch Konsumenten und der Auftrag lautet: Arbeiten um zukonsumieren.Der Zusammenhang von Vollbeschäftigung und Massenkonsum ist nichtvon der Hand zu weisen. Die 50iger, 60iger und die 70iger Jahre,waren geprägt von Vollbeschäftigung und Massenkonsum. Es wurde vielproduziert (gearbeitet) und es wurde viel konsumiert. In den letzten20 Jahren wurde die Arbeit immer teurerer und die Produktion wurdein Billiglohnländer verlegt. Die Konsumenten üben sich inKaufzurückhaltung und werden dafür von der Politik beschimpft. Wirals Bürger oder Konsumenten, mit unserer Kaufzurückhaltung, sind mitverantwortlich für die schlechte Wirtschaftslage.In einer Gesellschaft, die nicht genug Arbeit für alle hat, darf die”Freizeit” nicht kommerziell sein. Eine Gesellschaft ohne Arbeitmuss den Freizeitkonsum verneinen. Die Mitglieder einer solchenGesellschaft, brauchen Mut, an sich selbst interessiert zu sein undsomit einer Selbstverwirklichung näher zu kommen. Dafür braucht manaber auch mehr öffentliche Räume die nicht kommerziell sind, z. b.Stadtteiltheater, Sportplätze, Bücherhallen, die Hürden fürpolitische Betätigung beseitigen, Stadtteilarbeit usw.Man könnte auch den Sozialstaat verändern und ein garantiertesGrundeinkommen für alle einführen. Man hätte auf einmal Spielraumfür nützliche aber unbezahlte Arbeit. Papa könnte sich um dieKindern kümmern, den Ölwechsel am Auto selber machen oder denkranken Vater pflegen.Wer nicht arbeitet, baut keine Waffen und vergiftet auch nicht dieUmwelt. Wer nicht arbeitet entlastet das Gesundheitssystem, denn esentfallen Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle und anderePsychosomatischen Erkrankungen. Wer nicht arbeitet, fliegt auchnicht in den Urlaub, denn er braucht keine Erholung mehr. Das ganzeLeben ist dann Erholung. Wer nicht arbeiten muss hat Müßiggang, istSelbstbestimmung und hat Zeit sich um Alten, Kindern und Nachbarnund vor allem mit sich selbst zu kümmern. Wer nicht arbeitetentlastet den Straßenverkehr, belebt das kulturelle Leben, rettetdie Esskultur und hat mehr Sex, was sich auf die Psyche positivauswirkt und somit auch für die Gesellschaft gut ist.Wenn die Volkswirtschaftler sich die Mühe machen würden, eine Kosten- Nutzen Rechnung der geleisteten Arbeit zu errechnen, würden sieschnell erkennen, das Arbeit heute mehr schadet als das sie nutzt.Ich frage euch, wer hat die Atomkraftwerke gebaut ( ohneEndlagerregelung sind Atomkraftwerke kriminell), wer ist fürvergiftete Flüsse, Meere und Luft verantwortlich? Wer baut diePanzer, Landminen, Splitterbomben, Gewehre, Atombomben? Wervergiftet Lebensmittel, verkauft Gammelfleisch? Es waren und sindberufstätige Menschen die sozialversicherungspflichtig arbeiten. Mitkrimineller Energie wird der Arbeitsplatz gesichert. Ich halte dasfür Asozial!3Damit das System funktioniert muss der Wachstumszwang der Industriegemildert werden. Man müsste die Aktiengesellschaften in Stiftungenumwandeln. Die Konzerne wären noch in privater Hand, stehen abernicht unter Expansionsdruck und müssen 25 % Rendite erwirtschaften.(Vorgabe von Josef Ackermann von der deutschen Bank).Vor Jahrhunderten waren Münzen das Zahlungsmittel. Wer viel Geldhatte, also wer schwer zu schleppen hatte, gab es der Bank und bekameinen Zettel, auf dem der entsprechende Wert notiert war. EineBanknote. Weil die Scheine viel praktischer waren als die schwerenMünzen, kursierten die Zettel bald als allgemeines ZahlungsmittelDas Problem war, dass niemand kontrollieren konnte, wie viele Zetteldie Banken unters Volk brachten.Mit Einführung der staatlichen Zentralbanken hörte dasunkontrollierte Wachsen der Geldmenge auf. Der Staat druckt undkontrolliert die Menge der Banknoten, die im Umlauf sind. Banknotenspielen kaum noch eine Rolle. Sie machen nur sieben Prozent desGeldes aus. Der große Rest ist auf EC Karten, Kontoauszügen undComputermonitore.Dieses sogenannte Buchgeld wächst heute so unkontrolliert wie früherdas Zettelgeld. Je mehr Kredit die Banken ausgeben desto mehr Geldgibt es auf der Welt.Diese Kredite müssen von den Unternehmen mitZinsen zurückbezahlt werden und deshalb muss das Unternehmen mehrWaren verkaufen um Kredite plus Zinsen zu tilgen.Das erste, was mich meine Mutter immer fragte, wenn wir uns langenicht gesehen hatten: “Hast Du Arbeit?”. Wenn ja, war alles gut,wenn nein, war ich kein vollwertiger Mensch. Diese Einstellung,zieht sich durch die ganze Gesellschaft und teilt die Menschen inzwei Gruppen; die mit Arbeit und die ohne Arbeit.Seit Ende der siebziger Jahre, geht der Gesellschaft die Arbeit aus.Die offizielle Arbeitslosenzahl für den Mai 2008 betrug ca. 3,3Millionen und weitere ca. 2 Millionen Menschen sind inWeiterbildungs- und anderen Maßnahmen.Im Jahr 2007 erhielten 306 000Menschen Hilfe zum Lebensunterhalt. Auf der anderen Seite haben 39Millionen Menschen eine Sozialversicherungspflichtige Arbeit.Bei Linken und bei Rechten Politikern, gilt die Arbeit auch inZeiten der Massenarbeitslosigkeit als Sinn des Lebens. Obwohl diePolitik sehr wohl weiß, das es nie mehr Vollbeschäftigung gebenwird, versuchen sie mit immer neuen und Verordnungen, das Heer derArbeitslosen und Müßiggängern zu verkleinern.Ein Tabubruches muss her.Die Arbeit als Sinnbild für Krönung oderSinn des Lebens, muss auf den Müllhaufen der Geschichte geworfenwerden. Und die Gesellschaft muss den Menschen die nicht arbeiten,mehr Respekt und Achtung entgegen bringen.Der Widerstand derjenigen, die von Arbeitslosigkeit und Hartz 4profitieren,also die Sozialarbeiter, Psychologen, Pädagogen,Verwaltungen, Weiterbildungsakademien usw., wird groß sein. Wer sägtschon den Ast ab, auf dem er sitzt. Was ist für den Arzt ein guter4Patient? Jemand, der nicht Gesund und nicht Tot ist und warum sollteder Drogentherapeut ein Interesse daran haben, das sein Patient”clean” wird ? Er würde sich damit arbeitslos machen.Eine gesellschaftliche Aufwertung der Faulheit und des Müßiggang,ist in unserer Gesellschaft schwer vorstellbar. Die SPD und dieGewerkschaften halten die Forderung nach einer 30 oder 35Stundenwoche schon für revolutionär und die Grünen sind in die Ethikder Handwerkskammern eingetaucht. Von dieser Seite ist nichts zuerwarten.Die Gegner des “Recht auf Faulheit”, die sogenannte “Neuen Mitte”,das sind die Sozialarbeiter, Psychologen und die, die in einer Art”Helfersyndrom”, immer neue Problemgruppen des Arbeitsmarktesdefinieren und damit neue Beschäftigungs-, Eingliederungs-,Bewerbungs-, und anderen Bla,Bla Projekte erfinden. Bei diesenProjekten habe ich den Eindruck, das sie den abgehalfterten RezeptenJohn Maynard Keynes folgen, der vor über 70 Jahren empfahl:” Es istvolkswirtschaftlich sinnvoller, wenn Arbeitslose Löcher buddeln, diesie anschließend wieder zuschütten, als sie aus der Wohlfahrt zuernähren.”5Quellen:”Arbeit (Soziologie)”, Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. © 1993-1997 MicrosoftCorporation. Alle Rechte vorbehalten2Wörterbuch der Philosophie, Dr. Rainer Hegenbart3Recht auf Faulheit, Paul Lafargue, 18834 “Produktivität”, Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie. © 1993-1997 MicrosoftCorporation. Alle Rechte vorbehalten.TAZ 10.02.1990, Adelt Arbeit?, Eberhard Seidel-Pielen5


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